Secret App: So wird sie garantiert nicht gefunden

Screenshot: Secret App

Screenshot: «Secret – Speak Freely-App»

Es geistern durch die vereinte Medienpresse Berichte über die iOS-App «Secret App». Diese App erlaubt es ihren Nutzern vollkommen anonym „Geheimnise“ zu teilen.

Besonders Mitarbeiter von Start-Ups aus dem Silicon Valley sollen zahlreich diese App nutzen. Diese wird zum anschwärzen von Chefs, Verrat von Interna oder Verbreitung von Gossip-Quatsch recht häufig genutzt. Was da dran ist, kann so nicht überprüft werden. Hier muss man sich auf die Aussagen der Macher verlassen.

Verlassen sind aber die Nutzer, die sich die App installieren wollen. Die App ist im iOS-App-Store einfach nicht zu finden. Die Macher der App haben einiges im Bezug auf das Marketing im App-Store (ASO) vergessen. Obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten.

Anonyme Whistleblower

David Byttow und Chrys Bader, die Macher hinter der Firma Secret, Inc., die die App zu verantworten hat, kommen aus der Goolge/Start-Up-Ecke und haben bereits genügend Erfahrungen auf dem Gebiet des Sammelns von Informationen.

Mit ihre «Secret App» ermöglichen sie es Nutzern deren Freunden „ein Geheimnis“ anzuvertrauen. Seine Freunde bekommen das „Geheimnis“ mitgeteilt, wissen aber nicht, wer es gesendet hat. Es gibt zur Mitteilung keine sichtbare Verbindung zum Verfasser.

Whistleblower ermöglicht man so anonym jede Menge interessante Informationen oder auch nur absurde Banalitäten zu verbreiten. Ob diese informationen auf den Systemen von Secret, Inc. wirklich anonym abgelegt werden, bleibt deren Geheimnis.

ASO verpennt

Wer nun aber glaubt, man lädt sich fix zwei, drei die App herunter und legt los, hat ein großes Problem. Von Deutschland aus geht es nur mit einem US-Account bei iTunes. Gut den hat ja wohl jeder zehnte in Deutschland. Doch danach geht die Sucherei erst so richtig los.

Am 10. Februar wurde die App im amerikanischen App-Store mit dem Keyword secret immerhin schon auf Platz 79 gefunden. Das ist schon ein Fortschritt gegenüber der Woche zuvor, wo die App auf Platz 108 vor sich hindümpeln musste. Wenn man sich überlegt, dass kein(!) Nutzer 107 mal mittels Wischbewegung eine App weiter schaltet, merkt man schnell, dass da im Bereich ASO nichts erledigt wurde.

Beim Keyword anonymous sieht es ein wenig besser aus. Hier wird man derzeit auf dem 34. Platz gelistet. in der letzten Woche war man immerhin noch auf Platz 14 zu finden. Aber auch das sind mindestens zehn Plätze zu weit hinten.

Secret SERPs

Suchergebnis nach „Secret“ und „Anonymous“ im US iOS-App-Store

Entwickler <> Marketing

Man kann es nicht oft genug betonen: Entwickler sind keine Marketing-Fachleute. Coder, Entwickler oder Nerd, wie auch immer man sie nennt, können eine prima App entwickeln. Wenn sie besonders gut sind, kommt dabei eine klasse App mit toller Usability heraus. Eine App die man gerne nutzt oder täglich braucht. Der Traum jeder Marketing-Abteilung.

Doch bereits vor dem Upload in den App-Store sollten sich die Entwickler- und Marketing-Teams zusammen an einen Tisch setzen und die Einstellung der App planen.

  • Wurden die ASO Basics beachtet?
  • Wurde die App ausreichend getestet?
  • Gibt es fertige Icons und Screenshots aus der Grafikabteilung?
  • Ist das Datum für Veröffentlichung mit der PR-Abteilung abgesprochen?

Eine strukturierte Planung von ASO-Maßnahmen hilft die App im App-Store erfolgreich zu platzieren.

Secret App

Wenn man sich die «Secret App» herunterladen möchte, sollte man den direkten Link in den US-App-Store nutzen: https://itunes.apple.com/us/app/secret-speak-freely/id775307543?mt=8. Und bitte darauf achten, mit einem US-Account bei iTunes angemeldet zu sein. Sonst erscheint nur eine weiße Seite in der App-Store-App von Apple. Auch wieder so ein Bug…

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